Veränderungen – die (ungeliebte) Konstante

http://selbstundstaendig.oliver-simon.net/   In Gesprächen, den Medien taucht immer wieder die Klage über die vielen, schnellen Veränderungen auf. Auf nichts ist mehr Verlass. Die Orientierung sei schwieriger bis unmöglich.

Vielleicht hilft folgende Betrachtungsweise:

Veränderungen sind aus biologischer Sicht eine feste Konstante. Wissenschaftler haben bereits vor geraumer Zeit herausgefunden, dass sich der Mensch in seinen Zellen in einem bestimmten Zeitrahmen komplett erneuert. Meines Wissen „streiten“ die Experten über den Zeitraum; mir sind Zeiträume von 5 – 7 Jahren bekannt.

Es ist also Fakt, dass man Morgen – ob man will oder nicht – ein anderer Mensch als heute ist. Soweit die Zellerneuerung. Hinzu kommt, dass der Mensch tagtäglich bewusst und vornehmlich unbewusst Impulse aus seinem Umfeld aufnimmt und unser Hirn damit „arbeitet“.

Wenn ich mir diese Fakten anschaue. komme ich zu dem Schluss, dass Verändungen normal sind, und Stillstand lediglich die Weigerung ist, sich auf Veränderungen als lebenserhaltenden Prozess zu akzeptieren und für sich zu nutzen.

Rückblickend muss ich sagen, dass mir die Veränderung dieses Glaubensmusters (Bewahren, Festhalten an etwas, ist eine Lebensversicherung.) ziemlich schwer fiel. Sie setzt nämlich voraus, dass man weiß, wohin man im Leben möchte. Wie man leben will. Sonst bin und bleibe ich (gefühlt ) ein Spielball.

Interessant fand und finde ich die Möglichkeiten, die sich durch die Akzeptanz der stetigen Veränderung ergeben. Ich habe dadurch gelernt, Verluste eher zu verarbeiten. Erkennt, wie viel Gestaltungsspielraum ich habe. Eine sehr positive Erkenntnis. Und, was mich besonders beeindruckt hat: das Gefühl zu haben, Macht über mein eigenes Leben zu haben. Unabhängiger zu sein von Außeneinflüssen – alles bekommt etwas Spielerisches wobei ich die Dinge des Lebens sogar ernster nehme als früher.

Warum erwehren sich als so viele der natürlichen Veränderungsprozesse, treffen Entscheidungen (z.B. finanziell) und setzen diese um, als würde alles so bleiben wie es heute ist?!